2. Februar 2021

Es ist Zeit, virtuelles Lernen zu demokratisieren

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Die Demokratisierung des Lernens ist essenziell geworden

Zahlreiche Forschungsergebnisse weisen auf die vielen Vorteile des offenen Wissensaustauschs in Unternehmen hin. Daher ist die Demokratisierung des Lernens zu einer wesentlichen und vorteilhaften Ergänzung für Lern- und Entwicklungsteams (L&D) in allen Branchen geworden. Indem Sie die Lernmöglichkeiten Ihrer Belegschaft demokratisieren oder zugänglicher machen, wird der virtuelle Unterricht zur Zusammenarbeit zwischen Ausbildern, Erstellern von Inhalten und den Mitarbeitern selbst.

Demokratisierung: Erst das Wissen, dann die Inhalte und jetzt das Lernen

Der Begriff „Demokratie“ geht über die Standarddefinition einer Regierung hinaus. Im allgemeineren Sinne kann eine Demokratie als eine Gruppe oder Organisation definiert werden, in der die Mehrheit der Mitglieder Entscheidungskraft besitzt und nicht nur einige wenige ausgewählte Verantwortliche oder Manager. Wenn wir also über die Demokratisierung von Dingen sprechen, bedeutet das eigentlich nur, dass es einen breiteren Zugang zu und die Kontrolle über das jeweilige Ding durch eine Gruppe gibt, die eng mit ihm zusammenarbeitet.

Sie können die Demokratisierung von Wissen als Beispiel nehmen; dies steht für das Teilen und Verbreiten von Informationen für alle Menschen, nicht nur für diejenigen, die als privilegiert oder vom Status her überlegen angesehen werden. In der Vergangenheit bedeutete dies, dass das „einfache Volk“ Zugang zu Bildung erhielt, die früher Akademikern oder königlichen Persönlichkeiten vorbehalten war.

Die Demokratisierung des Wissens braucht die Demokratisierung von Inhalten. Moderne Medien wie Wikipedia, YouTube und LinkedIn fungieren hier als Beispiele. Inhalte werden nicht mehr nur von „Auserwählten“ kuratiert und erstellt. Milliarden von Individuen sind nun die Autoren, Konsumenten und Verbreiter von Inhalten und machen Informationen nahtlos für die globale Bevölkerung zugänglich.

 

„Zukunftsorientierte Unternehmen bieten einen Blick in eine Zukunft, in der die Möglichkeiten zur Erstellung von Inhalten für alle verfügbar sind.“ 

Ginna Hall, Senior Manager für Content Marketing, Allego.

 

Wie bringt uns das nun zum Remote-Learning-Management? Nun, da immer mehr Schulungen und Trainings online stattfinden, ist die Erstellung und Verwaltung von Inhalten für das virtuelle Lernen wichtiger als je zuvor. Indem Sie demokratisiertes Lernen in der täglichen Arbeit und Ausbildung in Ihrem Unternehmen integrieren, stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter nicht nur Empfänger diverser Inhalte sind, sondern auch die Ersteller und Verwalter.

Die Richtung des Lernens verändern

In den vergangenen Jahrzenten wurde Lernen mit einer Top-Down-Informationsstruktur verwaltet. Das bedeutet, dass wichtige Informationen von „oben“ (z.B. Manager, Vertreter, Leiter usw.) kamen und an die ihnen unterstellten Mitarbeiter weitergegeben wurden.

Das demokratisierte Lernen folgt hingegen einer Bottom-Up-Struktur des Lernens, bei der Mitarbeiter selbst Informationen mit ihren Kollegen und den Managern und Dozenten in höheren Positionen teilen. Diese Struktur kann mit verschiedenen Maßnahmen erreicht werden, aber vor allem, indem die ansässigen „Experten“ in der Belegschaft identifiziert werden und über eine Plattform ihr Wissen teilen können.

Wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, haben diese anerkannten Mitarbeiter – gemeinhin als Fachexperten oder KMUs bezeichnet – die Fähigkeit, implizites Wissen an ihre Kollegen weiterzugeben. Dies führt zu einer besseren Zusammenarbeit der Mitarbeiter, zu mehr Vertrauen unter den Kollegen und zu einer wichtigen Anerkennung der Talente der Mitarbeiter. All dies sind entscheidende Zutaten für einen schnellen Wissensaustausch, die Mitarbeiterbindung und die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens.

Merkmale des demokratisierten Lernens

Obwohl es viele unterschiedliche Merkmale und Aspekte des demokratisierten Lernens gibt, haben Todd Blayone und sein Forscherteam vier spezifische Merkmale von demokratisierten digitalen und Fernlernstrukturen gefunden:

  1. Sie setzen an den grundlegenden Prozessen des Lernens an und fördern dadurch die Inklusivität von Informationen
  2. Diese Strukturen stehen im Gegensatz zu traditionellen Lernstrukturen, die Bildung autoritär und eingeschränkt machen, indem sie mehr von der Lernerfahrung in die Hände der Lernenden legen
  3. Die Mitglieder der Organisation haben Raum und werden ermutigt, ihre Gedanken und ihr Fachwissen als Autor frei zu äußern, anstatt nur Konsumenten von Informationen und Inhalten zu sein
  4. Sie befähigen das Kollektiv zum Lernen und zum Umgang mit digitalen Technologien und korrigieren die vielen Ungleichheiten in Bezug auf Zugang und Kompetenzen

Diese Merkmale dienen als Leitfaden für Organisationen, die ihr Demokratisierungsspiel verbessern und mehr Vielfalt in ihr Lernmanagement bringen wollen.

Hauptvorteile der Demokratisierung des virtuellen Lernens

Vorteile der Demokratisierung des Lernens: Für Lernende

Es birgt große Vorteile für die Lernenden, wenn Organisationen einen demokratisierten Lern- und Arbeitsstil einführen. Zum einen erhalten die Mitarbeiter in einer demokratisierten Lernumgebung mehr Anerkennung für ihre einzigartigen Talente und Fähigkeiten, was zu einer höheren Mitarbeiterbindung führt. Zum anderen wird durch stetig zugängliche Blended-Learning-Inhalte der Lernerfolg der Mitarbeiter verbessert und viele typische Lernstressoren werden gemildert.

Einer der größten Vorteile demokratisierter Lernstrukturen besteht darin, dass die Lernende, mehr Raum haben, um auf Informationen zuzugreifen und diese individuell konsumieren und verarbeiten können. Auf diese Weise kommen die Lerninhalte zum Lernenden und es kann sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter immer auf dem neusten Stand sind, sowohl was die Arbeit als auch die Weiterbildung betrifft.

 

Lernen demokratisieren: für Dozenten und Manager

Über die Konsumenten der Lerninhalte hinaus birgt die Demokratisierung des Lernens auch große Vorteile für die Ersteller der Lerninhalte. Vor allem durch die Förderung von mehr Bottom-up- und horizontaler Kommunikation wird der Druck, Inhalte zu erstellen, die das Publikum ansprechen, geringer, da die Lernenden selbst zur Qualität der Inhalte beitragen, indem sie das erstellen, was sie anspricht.

Dozenten und Manager können auch Umfragen und Diskussionsbereiche für Mitarbeiter nutzen, um herauszufinden, wie ihre Lerninhalte verarbeitet werden, wodurch das Rätselraten und die Fehlersuche bei Inhalten reduziert werden. Das Lernen wird zu einer kollaborativen Anstrengung zwischen Erstellern und Benutzern.

Indem mehr mit den Lernenden kommuniziert wird, um zu sehen, was tatsächlich am meisten benötigt wird und am besten ankommt, können Manager mehr Zeit für das Lernmanagement statt für die Erstellung von Inhalten aufwenden, was die Produktivität steigert und Raum lässt, sich auf den Aufbau einer florierenden Remote-Lernumgebung zu konzentrieren.

 

„Früher mussten unsere Steuerspezialisten für die Bereitstellung von Lerninhalten alle 31 unserer Büros in ganz Dänemark besuchen. Jetzt können die Lerninhalte in weniger als einem Tag erstellt und bereitgestellt werden. Die Zeit- und Kosteneinsparungen sind enorm.“

Sonny Moric, Director, HR – Learning & Development, BDO.

 

Lernen demokratisieren: für Organisationen

Es ist keine Überraschung, dass die Demokratisierung des Lernens der gesamten Organisation zugutekommt, da sowohl Lernende als auch Manager neue Möglichkeiten der Kommunikation und Zusammenarbeit erhalten. Wenn beispielsweise ein einfacher Zugang zum Austausch von Inhalten und Fachwissen gegeben ist, wird die Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Lernenden verbessert, was wiederum zu mehr Vertrauen, Kooperation und Innovation unter den Kollegen führt.

Der wesentliche Vorteil für die Organisation ist die Veränderung der Denkweise, die sich aus einem demokratischeren Lernmodell ergibt. Eine Denkweise, die zum Lernen auf allen Ebenen, mit allen Methoden und zu allen Zeiten ermutigt und die Zusammenarbeit über Abteilungen und Positionen hinweg fördert. Diese Veränderung der Denkweise findet in der Lernkultur der Organisation selbst statt und führt zu einer flexibleren, zugänglicheren und interaktiveren organisatorischen Lernkultur.

Entwickeln Sie eine florierende und integrative Lernkultur

Der erste Schritt zur Einführung einer neuen, demokratisierten Lernstruktur ist die richtige Technologie zur Unterstützung Ihrer Bemühungen. Egal, ob Sie ein Professor sind, der Studenten online unterrichtet, oder ein Ausbilder, der eine Firmenschulung leitet, der Einsatz eines Lernmanagementsystems (LMS) zur Erstellung, Verwaltung und Messung Ihrer Bildungsinhalte ist der Grundstein für den Aufbau einer effizienten und demokratisierten Lernkultur.

Mit einem LMS, wie z. B. LMS365, können Manager Inhalte in einer einzigen agilen Plattform planen, kommunizieren, überwachen und gemeinsam nutzen. Und da LMS365 für eine präzise Integration mit der gesamten Microsoft 365-Umgebung konzipiert ist, erhalten Sie die zusätzliche Leistung von Anwendungen wie Microsoft Teams, PowerPoint, SharePoint und Power BI.

Indem Sie das Lernen in Ihrer Organisation demokratisieren, statten Sie Ihre Mitarbeiter mit agilen Schulungen und Vorbereitungen aus und können so eine belastbare, informierte Belegschaft aufbauen, die fit für die Zukunft ist.