06. Oktober 2022

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Die Generation Job-Hopping verändert die Arbeitswelt

In der Altersgruppe der 16-24-Jährigen ist die Bereitschaft zum Arbeitgeberwechsel besonders hoch. Das stellt Unternehmen vor die Herausforderung, den Zeit- und Kostenaufwand für Suche, Einstellung und Einarbeitung zu minimieren und zugleich eine Antwort auf ein Hauptmotiv des Job-Hopping zu finden: dem Wunsch nach Weiterentwicklung. Der Einsatz von Lernmanagementsystemen zeigt einen Lösungsweg.

Mobil, flexibel, wechselbereit – Generation Job-Hopping

Auf den ersten Blick gibt es wenig Anlass, beim Thema Mitarbeiterfluktuation Alarm zu schlagen: Seit Jahren bewegen sich die Zahlen in Deutschland auf stabilem Niveau und sind während der Pandemie sogar insgesamt um 3 Prozent gesunken.[1] Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass es kaum so bleiben wird: In der Altersgruppe der 16-24-Jährigen liegt die Wechselbereitschaft um ein Vielfaches höher als bei ihren Vorgängern. Für die Mitarbeitenden von morgen wird Job-Hopping so selbstverständlich sein wie mobiles Arbeiten.

Wunsch nach Weiterentwicklung

Zwei Faktoren treiben diese Entwicklung: Zum einen bieten sich auf leergefegten Arbeitsmärkten viele Optionen, mit einem Job- oder Arbeitgeberwechsel Gehalt und Arbeitsbedingungen zu optimieren. Zum anderen zählen Faktoren wie persönliche und berufliche Weiterentwicklung neben den Klassikern wie Gehalt und Karrierechancen bei der jungen Generation inzwischen als Hauptmotive für Arbeitszufriedenheit.[2] Für Unternehmen stellt sich damit die Aufgabe, in immer kürzeren Abständen müssen neue Mitarbeitende gefunden, geschult und integriert werden.

 

 

 

 

Lernmanagementsysteme als Lösungsansatz

Ein vielversprechender Weg ist der Einsatz von Lernmanagementsystemen. Sie unterstützen bei der Suche und Einstellung von neuen Mitarbeitenden entlang des gesamten Prozesses, indem sie eine einheitliche, gemeinsame Plattform bieten. Von der Stellenausschreibung bis zum Onboarding lassen sich so Abläufe digitalisieren, allen Beteiligten werden die nötigen Informationen bereitgestellt und neuen Mitarbeitenden die individuelle Einarbeitung „on the job“ ermöglicht. Anstelle des klassischen Stufenmodells mit vielen Schnittstellen und Verantwortlichen werden sämtliche Schritte von Anfang bis Ende auf einer gemeinsamen digitalen Plattform integriert. Drei Vorteile bieten solche Programme:

  1. Routineprozesse digitalisieren: Formulare zu Compliance, Verträge, Informationen zum Unternehmen – all das lässt sich auch digital zugänglich machen. Das spart Zeit durch die Integration von Schnittstellen. Zugleich ist für alle Beteiligten jederzeit der Fortschritt im Ablauf transparent. Neue Mitarbeitende können ihre Einarbeitungsschulungen individuell anpassen, in ihren Arbeitsalltag integrieren und sind vom ersten Tag an dabei.
  2. Internes Job-Hopping fördern: Lernmanagementsysteme liefern zudem eine ideale Plattform, um Weiterentwicklungs- und Karrierechancen im Unternehmen sichtbar zu machen. Die in den meisten Unternehmen getrennten Systeme für Einstellung/Einarbeitung und Weiterbildung werden von Anfang an verbunden. Optionen wie ein berufsbegleitendes Studium oder der Wechsel von einer Abteilung in eine andere sind präsent – als Alternative zum Wechsel des Arbeitgebers.
  3. Positive Einstiegserlebnisse schaffen: Wer sich gut eingearbeitet, informiert, integriert im Team fühlt, findet schneller zu seiner Leistungsfähigkeit und verbucht entsprechende Erfolgserlebnisse, die wiederum die Arbeitszufriedenheit fördern. Dazu können Lernmanagementsysteme einen großen Beitrag leisten, weil sie persönliche Fortschritte sichtbar machen und jederzeit Zugriff auf internes Wissen ermöglichen.

Neue Instrumente für eine neue Generation

Mit dem Einsatz von Lernmanagementsystemen signalisieren Unternehmen, dass sie individuelle Weiterentwicklung als integralen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur sehen. Wer im Wettbewerb um die Generation Job-Hopping als attraktiver Arbeitgeber punkten will, hat damit einen starken Trumpf in der Hand.

 

[1] Fluktuationsrate: Starke Wirtschaft führt zu mehr Jobwechseln – iwd.de

[2] Is Gen Z the boldest generation? Its job-hunt priorities are off the charts | LinkedIn